Jonas und Yannik wollten zu den unbenannten Bildern wissen wie es zu den Farben kam. Leider kriegt man solche Farben nicht direkt aus der Kamera, aber zumindest bietet das, was dort heraus kommt, eine gute Grundlage dafür ein wenig mit den Farben herumzuspielen. Besonders natürlich, wenn man im RAW-Format fotografiert.
Die Grundlage für die Bearbeitung ist bei mir immer die Korrektur der Tonwerte über den Import der Bilddatei im RAW-Format in Photoshop. Je nach dem unter welchen Umständen fotografiert wurde (z.B. bei Gegenlichtaufnahmen) sollte dabei natürlich der dadurch entstandene Effekt beibehalten und nicht weg korrigiert werden. Das sähe sowieso dämlich aus.
Der nächste Schritt ist das Nachschärfen des Bildes in Photoshop. Dazu erstelle ich eine Kopie der Ebene mit der Bilddatei und wähle den Filter “Unscharf maskieren” aus den Scharfzeichnungsfiltern aus. Dort nutze ich immer die gleichen Einstellungen.
Stärke: 140%
Radius: 1,0 Pixel
Schwellenwert: 4 Stufen
Beim Schwellenwert darf natürlich beliebig variiert werden. 4 Stufen sind schon sehr krass, aber normalerweise reichen 12 völlig aus. Im Notfall kann auch 0 gewäht werden, um noch irgendetwas zu retten, falls es mit der Schärfe mal daneben ging.
Nun erstelle ich eine Tonwertkorrektur-Einstellungsebene, damit ich im Nachhinein noch etwas an den Tonwerten drehen kann. Je nach dem wie das erste Ergbnis so aussieht ist dies verdammt wichtig. Allerdings kann eine Einstellungsebene ja auch zu jeder Zeit noch angewendet werden.
Darauf wende ich eine sogenannte “Lomo” Aktion an, die automatisch in einem neuen Ebeneset mehrere Einstellungsebenen erstellt. Solche Aktionen gibt es vorgefertigt auf ActionCentral. Diese Einstellungsebenen passe ich an dann so an, dass es mir gefällt, nicht zu krass aussieht und die Aussage und Stimmung des Bildes verstärkt. Dabei sollte wirklich darauf geachtet werden das Ganze nicht zu übertreiben, denn sonst sieht es schnell verdammt dämlich aus.
Der vorletzte Schritt war bei diesem Bild ein Radialverlauf von Cyan zu Magenta, den ich in einer neuen Ebene über das Ebenenset und die Bilddateiebene gelegt habe. Der Mittelpunkt des Verlaufs sollte dabei der hellste Punkt auf dem Bild sein. Hier natürlich der Dorn auf dem auch der Fokus liegt. Dieser Mittelpunkt wird also mit Cyan überlegt, während der Rest zu Magenta überläuft. Diese Ebene vergebe ich dann eine Deckkraft von ca. 10 Prozent und stelle den Modus auf “Aufhellen” oder “Linear abwedeln”. Hierbei muss bei Farben, Deckkraft und Modus stark variiert werden, da jedes Bild anders ist.
Meistens ist der letzte Schritt bei derartigen Bildern die Vignette. Man kann zwar auch bei der Bearbeitung der RAW-Datei schon eine Vignette einfügen, doch die dürfte später eher bei der Bearbeitung stören. Deswegen füge ich diese bei Bedarf immer zuletzt ein. Muss aber auch nicht sein. Es gibt viele Möglichkeiten eine Vignette einzufügen. Meine besteht darin eine neue Ebene zu erstellen, einen Radialverlauf von Transparent zu Schwarz zu erstellen, diesen vom Mittelpunkt des Bildes (Lineale, Raster undHilfslinien sind dein Freunde) zu eine der Ecke zu ziehen und dann die Deckkraft zu verringern. Meistens sind das ca. 10 bis 30 Prozent.
Soviel zu meiner typischen Bildbearbeitung. Bei weiteren Fragen ab in die Kommentare damit!

7 Kommentare
Gibt es echt das RAR-Format? Ich kannte bisher nur RAW.
Jonas muss schon wieder stänkern. -.-
Danke für die Tipps. Und den Link.
war nicht stänkernd gemeint. beim ersten mal dachte ich noch, das wäre ein verschreiber. aber da sich die formulierung durch den ganzen artikel zieht, dachte ich, ich wüsste es einfach nicht besser.
Ich find den Artikel übrigens auch super. Weiter so.
Vielen Dank für die Verbesserung. Das war ja peinlich. Freut mich, wenn der Artikel euch geholfen hat :yes:
Super, genau das wollte ich Dich immer schon mal fragen.
Jau kuul. Ich meinte eigentlich die üblichen EXIF Daten, aber mit dem Artikel geb ich mich auch zufrieden
@Yannick: Habe gerade nochmal nachgeschaut. Das war eine 1/500 mit f/2.8 auf ISO 100 bei geringfügiger Belichtungskorrektur nach unten mit meiner Canon 400D und dem EF 50mm f/1.4 USM