“He’s off the map!”

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Nichts großartiges ist passiert und das Leben nach der Arbeit langweilt zutiefst. Zwischen Müdigkeit und Unternehmungswillen herrscht alles andere als Einigkeit. Herumsitzen, Fernsehen, Internet, mal was zu Essen machen und die To-Do Liste in den Mülleimer werfen. Aus dem Fenster schauen macht den Anschein eine attraktive Beschäftigung zu sein, obwohl es gleich sowieso dunkel wird. Das Internet bietet zu viel, anstatt dich ordentlich zu unterhalten, das Fernsehen ist das Fernsehen, zu viel Essen ist nicht gesund und die Dinge auf dieser dämlichen Liste sind dämlich. An allen Ecken und Enden ruft dennoch etwas danach getan zu werden. Alles ist gräßlich und grau: Die Platte zu oft gehört, das Buch schon ein Mal gelesen und die Schuhe erst letzte Woche geputzt.

Irgendwie ist alles wie immer und trotzdem schlimmer als sonst, weil der Antrieb fehlt mal etwas daran zu ändern. Festgefahren im Selbstmitleid. Nachdem man dann stundenlang leidige Gedanken hin und her gewälzt hat, kommt die Einsicht: Das ist der Zustand und du darfst ihn selbst ändern. Viel Spaß!

Und plötzlich ist alles wieder toll. Du begeisterst dich für die neue Band, freust dich für deine Freunde oder Fremde und findest die neue Folge dieser oder jener Serie besser als die letzte. Du beginnst damit dich an die dämliche Liste zu trauen, streichst etwas durch, schreibst etwas dazu. Tatsächlich machst du etwas und liebst es. Dämlich scheint gestern gewesen zu sein.

Zum Ende klingt der Tag wie das Theme aus Vergiss mein nicht.

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Alcoholic Faith Mission

Auf der Suche nach einer Beschäftigung durch die ich noch in dieser Woche die Stadt beründet verlassen kann nach dem nächsten guten Konzerttermin neben Efterklang morgen im Kulturbunker schaute ich mal bei Last.fm vorbei und da strahlte mich dieser Termin mit Alcoholic Faith Mission und Periscope im Motoki Wohnzimmer an. Das wirkte doch sehr interessant und ich besuchte mal die MySpace Seite der mir bis dahin unbekannten Alcoholic Faith Mission auf. Dort hörte mir kurz den Track “Nut In Your Eye” an worauf aus Interesse Begeisterung war. Also werde ich meinen Freitagabend wohl dort verbringen.

Aber nun zur Musik: Wenn man mal wieder eine sinnfreie Genrebeschreibung verlangen sollte, bevor ich sich die Band anhört, würde wohl Singer/Songwriter/Shoegaze/Indietronic zwischen den Adjektiven süß, verschroben und poppig irgendwie passen. Versucht euch ruhig an einer Wortneuschöpfung.

Die Band bestand ursprünglich aus den zwei dänischen Gitarristen Thorben Seierø Jensen and Sune Sølund, die 2006 in New York landeten, sich Alcoholic Faith Mission nannten und beschlossen ein Album in ihrem kleinen Kopenhagener Schlafzimmer aufzunehmen. So entstand “Misery Loves Company” und, ihr glaubt es kaum, zwei Jahre später tauchten sie wieder in Brooklyn auf, waren plötzlich zu fünft und namen das zweite (grrrroßartige!) Album “421 Wythe Avenue” auf. So viel zur spektakulären Geschichte. 2009 waren sie schon ein Mal auf Deutschlandtour und nun geht es in die zweite Runde. Seht euch also in Ruhe mal die Daten bei MySpace an.

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Schwarzweiß

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Die Schnapschüsse der letzten Monate aus zwei Schwarzweißfilmen: Nebel beim Zivilehrgang auf dem Ith in Holzen, Ju, Kleinstadttristesse, Treppenhaus, Besuch im Ludwig Forum zu Aachen, Schwesterherz und ich in Köln. Alles habe ich mit einer Canon TX und einem Canon 50mm f/1.4 oder einem Soligor 28mm f/2.8 auf Agfa APX400 geschossen. Ich glaube mindestens einen von den beiden Filmen habe ich auf 800 ASA gepusht. ‘Nuff said.

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H.

H. und ich waren in der Grundschule in der gleichen Klasse. Zusammen mit J. waren wir die einzigen Schüler, die nur einen kurzen Weg von der Schule nach Hause hatten. Denn wir Drei wohnten im unbeliebteren Viertel der Stadt, während unsere Mitschüler aus den Dörfern und Vororten kamen. Ich war zum Beginn meines dritten Schuljahres aus einem 350 Seelen Dorf in Niedersachsen in die Stadt gezogen. Zuvor gab es keine Geschäfte und keine Dorfkneipe, aber eine kleine Grundschule. Zuvor hatte ich genau 6 Mitschüler und diese Zahl hatte sich mit der neuen Klasse glatt verfünffacht.

Ich weiß noch wie ich nach dem ersten Halbjahr auf der neuen Schule mal wieder zusammen mit J. nach Hause ging und danach beim Mittagessen meine Mutter fragte, ob es für sie okay ist, wenn ich mit Jürgen, einem Deutschrussen, befreundet bin. Auf diese Frage war meine Mutter völlig verwirrt und erklärte mir, dass es keinen Unterschied zwischen mir und Jürgen gibt. Ich kann natürlich mit jedem befreundet sein, egal woher er kommt,  sagte sie.

In meiner vorigen Klasse gab es Kinder mit allerlei Hintergründen und eine Frage nach der Nation oder ähnlichem hat sich niemals gestellt. Es war selbstverständlich, dass wir alle anders aussahen und teilweise fremde Sprachen beherrschten. Von so etwas wie Rassismus hatte ich noch nie gehört. In der neuen Schule war das alles irgendwie anders. Hier kam es auch drauf wer den schönsten und vor allen Dingen teuersten Toni hatte.

Vor einigen Wochen war ich meiner Stammkneipe und es gab dort dieses Konzert. Ich war schon angetrunken, stand hinter den Mischpulten und beobachtete das Geschehen aus Entfernung, als ein Typ in die Kneipe kam, der auf seinem Weg durch die Menge allerlei Besucher anrempelte und anscheinend eher mit sich beschäftigt war, als mit allem was drumherum passierte. Kaum eine Minute später tanzte er ohne jeglichen Rythmus auf einem Tisch für ein paar Sekunden auf die Musik und nuschelte dabei unverständliches Zeug, um kurz darauf wieder herunter zu springen und nach draußen zu verschwinden.

In der nächsten halben Stunde war der Typ nicht mehr zu sehen, doch von Vielen hörte ich, dass er wohl ziemlich “auf Droge” sein soll. Bald darauf ging er vor der Tür des Lokals an mir vorbei und mein erster Eindruck konnte den Eindruck der Anderen nicht leugnen. Riesiege dunkle Pupillen zierten seine Augen und sein Genuschel gab keinen Sinn. Zumindest bis er vor mir stehen blieb und mich ansprach.

“Sind wir nicht auf die gleiche Grundschule gegangen? Warst du nicht auch auf der Promenadenschule?”
Ich verneinte.
“Doch doch, ich kenne dich von früher. Wie war dein Name noch mal? David?”
Ich verneinte nochmals.
“Ahh, jetzt weiß ich es wir waren zusammen auf der GGS Nord. Kennst du mich nicht mehr?”
Ich überlegte und mir wurde klar, dass es nur H. sein kann.
“Ich bin’s, H.”

Ich erkannte ihn, sagte ihm meinen richtigen Namen und er wusste wer ich war. Der Rest war Smalltalk zwischen “Weißt du noch damals auf der Klassenfahrt […]” und “Was machst du denn hier?”. Alles in allem hatte das kurze Gespräch alles andere als einen geraden Verlauf und es mir wurde klar, dass H. irgendeinen Scheiß eingeworfen hatte durch den er verwirrt und paranoid erschien. Wir verabschiedeten uns nach diesen fünf Minuten mit einem “Mach’s gut” und darauf verschwand H. richtung Innenstadt, während ich verwirrt stehen blieb.

Während des Gesprächs hatte H. kurz inne gehalten und mir etwas wichtiges anvertraut. Er sagte, ich sei anders gewesen als der Rest unserer Mitschüler. Er meinte, ich hätte nicht auf seine Herkunft geachtet wie die anderen und ihn nicht als den Türken bezeichnet. Ich soll nicht zu ihm gesagt haben, dass er stinkt.

Bis heute kann ich mich an so etwas nicht erinnern. Vielleicht erzählte H. mir von Geschehnissen aus den ersten zwei Jahren in dieser Klasse in denen ich nicht einer seiner Mitschüler war. Vielleicht ist es eine Geschichte, die H. sich ausgedacht hat, damit er sich als Opfer der Gesellschaft positionieren kann. Vielleicht ist die Geschichte aber auch wahr.

Was zu meiner Verwirrung beitrug, war der Schock dieser Begegnung. H. war genau so alt wie ich und hatte zu einem großem Teil seine Kindheit im gleichen Milieu verbracht. Und jetzt rannte er auf Drogen durch die Kneipe und pöbelte wahllos Leute an. Viele meiner anderen Mitschüler aus der Grundschule kenne ich noch heute, einige von Ihnen sind auch trotz der Herkunft aus “gutem Hause” abgerutscht und bauen nur noch Scheiße. Doch der Großteil hat genauso wie ich in diesem Jahr Abitur gemacht oder befindet sich in einer Ausbildung.

H. habe ich seit Jahren nicht mehr gesehen und nun scheint er ebenfalls auf der Seite derer zu stehen, die keinen Erfolg hatten und stattdessen Scheiße bauen. Und verdammt sowas gibt mir einfach kein gutes Gefühl.

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Groundwork


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Fassaden

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Mit meinen fünf Fotos für die Ausstellung und zum Thema Fassaden habe ich die Geschichte von Pier wieder aufgegriffen. Mein Ziel war es dieses Mal den langsamen Verfall und die stille Atmosphäre innerhalb des Dorfes den klaren Strukturen der Gebäude und ihrer Fassaden gegenüber zu stellen. Jetzt, nach der Ausstellung, gibt es das Ganze auch im Netz!

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Meine Ausstellung und Ich

Als ich vor Monaten an dieser Stelle davon sprach, es würden große Dinge auf uns warten, meinte ich natürlich nicht eine unverhoffte Fülle an neuem Content auf diesen Seiten, sondern eine ganz andere äußerst zeitraubende Beschäftigung: Meine eigene, selbst-organisierte Fotoausstellung zusammen mit Florian und Jana.

Fassaden_Plakat

Fassaden begegnen uns überall. Seien es die bröckelnde Betonmauer des Altbaus um die Ecke, die leuchtende Fensterfassade in der Innenstadt oder die eigenen vier Wände. Alles ist Fassade. Selbst das ausdruckslose Gesicht der Kassiererin, wenn es mal wieder „Dreivierunfuffzich” heißt, kann ebenso eine Fassade sein. Tagtäglich akzeptieren wir die Fülle von ersten Eindrücken, ohne sie zu hinterfragen. Die Fragen nach dem Wer oder Was hinter der Fassade stellen wir uns in der heutigen, rasanten Zeit immer seltener.

Den individuellen Blick hinter die Fassade erachten drei junge Fotografen aus dem Großraum Köln als ein hohes Gut und veranstalten daher eine zweiwöchige Ausstellung unter dem Thema „Fassaden”. Jana Beyer (19), Florian Keller (20) und Daniel Staemmler (19) präsentieren jeweils ihre eigene Interpretation des Begriffs in Form von fotografischen Arbeiten jeglicher Couleur.

Anlässlich der Eröffnung werden alle Fotografien verkauft und ausgewählte Stücke zur Versteigerung angeboten und alle Erlöse werden dem Weitblick Köln e.V. gespendet. Die kürzlich in Köln gegründete Studenteninitiative setzt sich für einen weltweit gerechten Zugang zu Bildung ein – aktuell werden beispielsweise Bildungs-patenschaften an Kölner Grundschulen eingeführt. Geplant sind weitere internationale Projekte mit denen es Kindern und Jugendlichen ermöglicht wird, Sachverhalte zu erkennen und zu durchschauen – also hinter die Fassade zu blicken.

Der Schirmherr für diese Ausstellung ist Thomas Baumgärtel, welcher in aller Welt und insbesondere in Köln als der Bananensprayer bekannt ist.

Die Vernissage findet am Sonntag, den 27. September 2009 um 14 Uhr im Bürgerhaus Stollwerck statt; dort kann die Ausstellung bis zum 9. Oktober 2009 täglich von 9 bis 23 Uhr besichtigt werden.

Ja, Leute. Es steht fest. Am Wahlsonntag, den 27. September 2009 um 14:00 Uhr wird das Ganze eröffnet und alles weitere findet ihr nun ein paar Zeilen unter diesen. Ich bitte inständig um Verbreitung, Generve, Mundpropaganda und besonders gern einen Beitrag in eurem Blog/Twitter/Sonstwo über dieses Ding! Des Weiteren freue ich mich über doppeltundvierfach über den Besuch eines jeden der verbleibenden Leser dieses selten befüllten Blogs!

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Kein Titel, nur Fotos

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GIF des Tages (465)

(via)

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Happiness

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