“He’s off the map!”

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Nichts großartiges ist passiert und das Leben nach der Arbeit langweilt zutiefst. Zwischen Müdigkeit und Unternehmungswillen herrscht alles andere als Einigkeit. Herumsitzen, Fernsehen, Internet, mal was zu Essen machen und die To-Do Liste in den Mülleimer werfen. Aus dem Fenster schauen macht den Anschein eine attraktive Beschäftigung zu sein, obwohl es gleich sowieso dunkel wird. Das Internet bietet zu viel, anstatt dich ordentlich zu unterhalten, das Fernsehen ist das Fernsehen, zu viel Essen ist nicht gesund und die Dinge auf dieser dämlichen Liste sind dämlich. An allen Ecken und Enden ruft dennoch etwas danach getan zu werden. Alles ist gräßlich und grau: Die Platte zu oft gehört, das Buch schon ein Mal gelesen und die Schuhe erst letzte Woche geputzt.

Irgendwie ist alles wie immer und trotzdem schlimmer als sonst, weil der Antrieb fehlt mal etwas daran zu ändern. Festgefahren im Selbstmitleid. Nachdem man dann stundenlang leidige Gedanken hin und her gewälzt hat, kommt die Einsicht: Das ist der Zustand und du darfst ihn selbst ändern. Viel Spaß!

Und plötzlich ist alles wieder toll. Du begeisterst dich für die neue Band, freust dich für deine Freunde oder Fremde und findest die neue Folge dieser oder jener Serie besser als die letzte. Du beginnst damit dich an die dämliche Liste zu trauen, streichst etwas durch, schreibst etwas dazu. Tatsächlich machst du etwas und liebst es. Dämlich scheint gestern gewesen zu sein.

Zum Ende klingt der Tag wie das Theme aus Vergiss mein nicht.

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H.

H. und ich waren in der Grundschule in der gleichen Klasse. Zusammen mit J. waren wir die einzigen Schüler, die nur einen kurzen Weg von der Schule nach Hause hatten. Denn wir Drei wohnten im unbeliebteren Viertel der Stadt, während unsere Mitschüler aus den Dörfern und Vororten kamen. Ich war zum Beginn meines dritten Schuljahres aus einem 350 Seelen Dorf in Niedersachsen in die Stadt gezogen. Zuvor gab es keine Geschäfte und keine Dorfkneipe, aber eine kleine Grundschule. Zuvor hatte ich genau 6 Mitschüler und diese Zahl hatte sich mit der neuen Klasse glatt verfünffacht.

Ich weiß noch wie ich nach dem ersten Halbjahr auf der neuen Schule mal wieder zusammen mit J. nach Hause ging und danach beim Mittagessen meine Mutter fragte, ob es für sie okay ist, wenn ich mit Jürgen, einem Deutschrussen, befreundet bin. Auf diese Frage war meine Mutter völlig verwirrt und erklärte mir, dass es keinen Unterschied zwischen mir und Jürgen gibt. Ich kann natürlich mit jedem befreundet sein, egal woher er kommt,  sagte sie.

In meiner vorigen Klasse gab es Kinder mit allerlei Hintergründen und eine Frage nach der Nation oder ähnlichem hat sich niemals gestellt. Es war selbstverständlich, dass wir alle anders aussahen und teilweise fremde Sprachen beherrschten. Von so etwas wie Rassismus hatte ich noch nie gehört. In der neuen Schule war das alles irgendwie anders. Hier kam es auch drauf wer den schönsten und vor allen Dingen teuersten Toni hatte.

Vor einigen Wochen war ich meiner Stammkneipe und es gab dort dieses Konzert. Ich war schon angetrunken, stand hinter den Mischpulten und beobachtete das Geschehen aus Entfernung, als ein Typ in die Kneipe kam, der auf seinem Weg durch die Menge allerlei Besucher anrempelte und anscheinend eher mit sich beschäftigt war, als mit allem was drumherum passierte. Kaum eine Minute später tanzte er ohne jeglichen Rythmus auf einem Tisch für ein paar Sekunden auf die Musik und nuschelte dabei unverständliches Zeug, um kurz darauf wieder herunter zu springen und nach draußen zu verschwinden.

In der nächsten halben Stunde war der Typ nicht mehr zu sehen, doch von Vielen hörte ich, dass er wohl ziemlich “auf Droge” sein soll. Bald darauf ging er vor der Tür des Lokals an mir vorbei und mein erster Eindruck konnte den Eindruck der Anderen nicht leugnen. Riesiege dunkle Pupillen zierten seine Augen und sein Genuschel gab keinen Sinn. Zumindest bis er vor mir stehen blieb und mich ansprach.

“Sind wir nicht auf die gleiche Grundschule gegangen? Warst du nicht auch auf der Promenadenschule?”
Ich verneinte.
“Doch doch, ich kenne dich von früher. Wie war dein Name noch mal? David?”
Ich verneinte nochmals.
“Ahh, jetzt weiß ich es wir waren zusammen auf der GGS Nord. Kennst du mich nicht mehr?”
Ich überlegte und mir wurde klar, dass es nur H. sein kann.
“Ich bin’s, H.”

Ich erkannte ihn, sagte ihm meinen richtigen Namen und er wusste wer ich war. Der Rest war Smalltalk zwischen “Weißt du noch damals auf der Klassenfahrt […]” und “Was machst du denn hier?”. Alles in allem hatte das kurze Gespräch alles andere als einen geraden Verlauf und es mir wurde klar, dass H. irgendeinen Scheiß eingeworfen hatte durch den er verwirrt und paranoid erschien. Wir verabschiedeten uns nach diesen fünf Minuten mit einem “Mach’s gut” und darauf verschwand H. richtung Innenstadt, während ich verwirrt stehen blieb.

Während des Gesprächs hatte H. kurz inne gehalten und mir etwas wichtiges anvertraut. Er sagte, ich sei anders gewesen als der Rest unserer Mitschüler. Er meinte, ich hätte nicht auf seine Herkunft geachtet wie die anderen und ihn nicht als den Türken bezeichnet. Ich soll nicht zu ihm gesagt haben, dass er stinkt.

Bis heute kann ich mich an so etwas nicht erinnern. Vielleicht erzählte H. mir von Geschehnissen aus den ersten zwei Jahren in dieser Klasse in denen ich nicht einer seiner Mitschüler war. Vielleicht ist es eine Geschichte, die H. sich ausgedacht hat, damit er sich als Opfer der Gesellschaft positionieren kann. Vielleicht ist die Geschichte aber auch wahr.

Was zu meiner Verwirrung beitrug, war der Schock dieser Begegnung. H. war genau so alt wie ich und hatte zu einem großem Teil seine Kindheit im gleichen Milieu verbracht. Und jetzt rannte er auf Drogen durch die Kneipe und pöbelte wahllos Leute an. Viele meiner anderen Mitschüler aus der Grundschule kenne ich noch heute, einige von Ihnen sind auch trotz der Herkunft aus “gutem Hause” abgerutscht und bauen nur noch Scheiße. Doch der Großteil hat genauso wie ich in diesem Jahr Abitur gemacht oder befindet sich in einer Ausbildung.

H. habe ich seit Jahren nicht mehr gesehen und nun scheint er ebenfalls auf der Seite derer zu stehen, die keinen Erfolg hatten und stattdessen Scheiße bauen. Und verdammt sowas gibt mir einfach kein gutes Gefühl.

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Alles in einen Topf, für die Sicherheit

Da komme ich nach genau 7,5 extrem anspruchsvollen und unglaublich harten Arbeitsstunden endlich nach Hause, bereite mich darauf vor sofort mit dem ganzen Projektkram weiter zu machen und kippe in dieser kurzen Pause schon fast vom Bürostuhl. Denn während ich den Artikel von Thomas Knüwer1 über das Vorgehen der Bundesregierung bzw. des Bundesinnenministers Wolfgang Schäuble für die innere Sicherheit (und damit gegen Bürgerrechte), steigt mein Blutdruck, kocht mir der Kopf, schäumt mir der Sabber aus dem Mund und es würde wirklich nur fehlen, dass ich vor Wut einen Herzinfakt kriege.

“Die Jugendgewalt ist nach Einschätzung der Innenbehörden neben dem Terrorismus und der Internet-Kriminalität eines der zentralen Sicherheitsprobleme in Deutschland…

Vielmehr sei zu befürchten, dass ältere Menschen zunehmend Opfer von Gewalt würden. Der Anteil nichtdeutscher Jugendlicher und Heranwachsender an den Gewalttätern sei hoch.”

Es ist einfach nicht zu fassen und ich kann das jetzt textlich einfach nicht besser verfassen. Es ist einfach nicht zu fassen, was alles benutzt und vorgeschoben wird, um diese verquere Ideologie Schäubles mithilfe des Programms Innere Sicherheit in die Reailtät umzusetzen. Wenn ich die oben zitierte Passage aus der Vorabmeldung der Nachrichtenagentur AFP lese, fühle ich mich als Jugendlicher angegriffen und möchte gar nicht wissen wie es Jugendlichen mit Migrationshintergrund geht.

Jugendgewalt auf einer Stufe mit dem Terrorismus? Jugendliche stellen also ein zentrales Sicherheitsproblem in Deutschland dar? Neben der Tatsache, dass ich in den letzten Jahren nichts von einem terroristischen Anschlag in Deutschland gehört oder gesehen habe und mir dennoch um die gewisse weltweite terroristische Bedrohung im Klaren bin, habe ich zum Thema Jugendgewalt hauptsächlich viel ungerechtfertigten Medienbimbam und alles andere als eine Intiative zur Bekämpfung der Ursachen für die steigenden zahlen von Jugendgewalt bzw. -Kriminalität gesehen.

Es tut mir Leid, lieber Herr Schäuble, aber mal eben drei große Keulen2 schwingen, um möglichst viele Stimmen gegen die Errichtung eines Überwachungsstaates zu kontrollieren oder mundtot zu machen, das funktioniert zumindest bei mir nicht. Und ich hoffe, dass es bei so manch anderem auch nicht funktioniert.

Das es eben auf einen Überwachungsstaat oder vergleichbares hinausläuft zeigt dieses Zitat aus dem Programm Innere Sicherheit (von mir aus diesem Artikel zitiert):

“Insbesondere die Nutzung moderner Informations- und Kommunikationstechnik erfordert entsprechende gesetzliche Ermächtigungsgrundlagen…

Notwendig sind Befugnisse für verdeckte Eingriffe in informationstechnische Systeme, die Anpassung der Möglichkeiten der Telekommunikationsüberwachung und Maßnahmen nach G 10 im Rahmen der vom Bundesverfassungsgericht gezogenen Grenzen.”

Spätestens an diesem Punkt im Artikel von Thomas Knüwer hätte ich theoretisch verkrampft auf dem Boden zappen und dabei an meiner eigenen Kotze ersticken können. Denn genau daran wird doch klar, worum es eigentlich geht, oder?

Ich denke, dass eine derartige Entwicklung nicht hinnehmbar ist und gerade von jungen Menschen nicht ohne Protest akzeptiert wird. An dieser Stelle muss ich Knüwer selbst mit seinem Fazit zitieren, denn ich krieg das immer nich hin, wenn ich mich zu sehr aufrege:

“Macht die Regierung auf ihrem Kurs weiter, wird etwas passieren. Ob es der völlige Zusammenbruch der Wahlbeteiligung ist, die Gründung einer oder mehrer neuer Parteien, eine Bewegung außerhalb des Parlaments – ich weiß es nicht. Doch das es so bleibt, wie es heute ist, kann ich nicht glauben. Es sei denn, die Volksvertreter begreifen endlich, dass sie das Volk vertreten sollen – und nicht bekämpfen.”

Wisst ihr übrigens woran ich dachte, als ich zum ersten Mal den Titel des neuen Programms (”Innere Sicherheit”) des Bundesinnenministeriums hörte? An beschnittene Bürgerrechte. Und meine Damen und Herren, wenn es das ist, was ich zuallererst mit einem begriff wie Innere Sicherheit verbinde, dann muss etwas falsch laufen!

  1. LESEBEFEHL!
  2. Merke: Internet + Jugendliche + Terrorismus = Bürgerrechte über Bord und endlich wieder sicher fühlen
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What We Love Will Ruin Us

Auf dem Labelinlay der Drowning With Our Anchors 7″ auf Commodity Fresh Records gibt es nicht nur Buchempfehlungen und eine Liste der aktuellen Releases, sondern auch ein Zitat von Neil Postman, dass es mir sehr angetan hat. Die Hervorhebungen sind von mir.

“We were keeping our eye on 1984. When the year came and the porphecy didn’t, thoughtful Americans sang softly in praise of themselves. The roots of liberal democracy had held. Wherever else the terror had happened, we, at least, had not been visited by Orwellian nightmares.

But we had forgotten that alongside Orwell’s dark vision, there was another – slightly older, slightly less well known, equally chilling: Aldous Huxley’s Brave New World. Contrary to common belief even among educated, Huxley and Orwell did not prophesy the samething. Orwell warns that we will be overcome by an externally imposed oppression. But in Huxley’s vision people will come to love their oppression, to adore the technologies that undo their capacities to think.

What Orwell feared were those who would ban books. What Huxley feared was that there would be no reason to ban a book, for there would be no one who wanted to read one. Orwell feared those who would deprive us of information. Huxley feared thos who would give us so much that we would be reduced to passivity and egoism. Orwell feared that the truth would be concealed from us. Huxley feared the truth would be drowned in a sea of irrelavance. Orwell feared we would become a captive culture. Huxley feared we would become a trivial culture… As Huxley remarked in Brave New World Revisited, the civil libertarians and rationalists who are ever on the alert to oppose tyranny ‘failed to take into account man’s alsmost infinite appetite for disctractions.’ In 1984, Huxley added, they are controlled by inflicting pain. In Brave New World, they are controlled by inflicting pleasure. In short, Orwell feared that what we hate will ruin us. Huxley feared that what we love will ruin us.

Als ich das Zitat beim ersten Hören der Platte las, war ich ersaunt wie gut es zur aktuellen Situation passt. Wir lieben unsere Sicherheit und wollen sie in der Zeit der Globalisierung behalten, aber dafür möglichst keine Grenzen schließen, zu den Waffen greifen oder Sanktionen verhängen. Stattdessen suchen wir bequeme Wege und diese sind für die Politik ein gefundenes Fressen.

Es ist einfacher eine Vorratsdatenspeicherung zu beschließen, um mit einer unglaublich geringen Wahrscheinlichkeit mal einen Terroristen zu erwischen, als mehr in die aktive Bekämpfung des Terrorismus zu investieren. Es ist um so vieles einfacher in den Medien ein Zeichen gegen Kinderpornographie zu setzen und im Rampenlicht zu stehen, indem man eine nutzlose Sperre im Internet aufstellt, anstatt aktiv gegen die Ringe vorzugehen.

Nebenbei hat man plötzlich jede Menge Möglichkeiten für einen Überwachungsstaat zu Hand, indem die Bürger ihre Sicherheit lieben, während ihre Freiheit schin verloren ist.

Mal ganz ehrlich: Ich habe dieses Jahr eine Englisch-Abiturprüfung zur  Thematik der eingeschränkten Bürgerrechte aufgrund von Anti-Terror-Gesetzen in Großbritannien geschrieben. Wenn derartige Themen selbst bis in diesen Winkel so offensichtlich sind: Wann fangen wir an unser Bedürfnis nach Sicherheit selbst in die Hand zu nehmen und nicht mediengeile Politiker ohne jegliche Kompentenzen für uns entscheiden zu lassen?

Bitte unterzeichnet die ePetition gegen die Internet-Zensur, nachdem ihr euch hier zum Thema informiert habt, beachtet dabei auch ruhig das hier, um auf dem Boden zu bleiben1, und regt euch bitte tierisch auf2, wenn ihr sowas seht:


YouTube Direktbetroffen

“Es macht mich schon sehr betroffen, wenn pauschal der Eindruck entstehen sollte, dass es Menschen gibt, die sich gegen die Sperrung von kinderpornographischen Inhalten sträuben. Das ist nun wirklich eines der wichtigsten Vorhaben in vielerlei Hinsicht.”

So. ‘Nuff said.

  1. Hat bei mir wohl nicht geholfen
  2. Ihr dürft auch gern betroffen sein
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Warum ein Besuch von Elton in einer Kleinstadt total bedeutungslos ist

Irgendwie begreife ich diese Geschichte noch nicht ganz, aber versuchen wir es einfach mit der Kompensation durch ein paar Tastenanschlägen hinein in dieses leere Textfeld.

Wie vorhin per Twitter verkündet war ich noch für ein paar Stündchen im örtlichen KuBa, obwohl dort aufgrund eines Auftritts von Peilomat inklusive Elton die Hölle los war. Die Band ist stinklangweilig und ich sehe es nicht ein Elton irgendwie total besonders zu finden. Die restliche Belegschaft sah das ganz anders, verrenkten sich ihre Nackenwirbel und hantierten mit ihren Fotohandys herum, wenn der Mann mit dem dezenten Bauchansatz durch die Kneipe schlenderte und zum Tanzen auf Rage Against The Machine animiert wurde.

Doch eigentlich geht es hier nicht um Eltons sagenhaften Besuch unser edlen Kleinstadt, denn was soll man da nicht begreifen. B-Promi in der Stadt. Läuft.

Viel mehr geht es um diesen kleinen Typen, der auf der Straße vor unserer Wohnung stand als ich gerade dazu ansetzte das Auto in der Garage unterzubringen. Mein erster Gedanke war: “Komm von der Straße runter, du Idiot!”

Kaum hatte ich den Motor ausgemacht, um auszusteigen und die Garage zu öffnen, stand der Typ schon vor mir und fing an in gebrochenem Deutsch seine Geschichte herunterzurasseln: Er ist Rumäne und fuhr irgendwie nach Amsterdam, um dort zu arbeiten. In Amsterdam gab es jedoch keine Arbeit für ihn, sodass er sich nun auf dem Rückweg nach Rumänien befindet. Da er keinerlei Geld hat, versuchte er es mit dem Trampen, indem er an Tankstellen LKW-Fahrer nach einer Mitfahrgelegenheit fragte. In Jülich ist er gelandet, weil irgendein Jugoslawe ihn ab der deutsch-holländischen Grenze mitgenommen und dann einfach an der Abfahrt Jülich-Nord abgesetzt hatte. Weiterhin schilderte er, dass er schon einige Kilometer gelaufen war und nun absolut keine Ahnung hatte wie er wieder aus unserem Kaff herauskommt.

Ich hörte ihm sicherlich an die zehn oder fünfzehn Minuten zu, sah wie er seine Geschichte mit Händen und Füßen verdeutlichte und war einfach nich in der Lage ihn zu unterbrechen. Er wollte kein Mitleid erregen, sondern verdeutlichte einfach nur, wie er in Jülich gestrandet ist und vor allen Dingen wie es dazu kam. Er fragte ganz einfach nach “ein weng Hife. Bittschön.”

Meine anfängliche Vorsicht gegenüber dem Unbekannten schwand langsam dahin, während mein Interesse stieg. Vor allen Dingen beschäftigte mich die Frage, wie ich ihm helfen konnte. Diese Frage sprach ich nach einigen weiteren Minuten aus, worauf er entgegnete, er müsse zurück zur Autobahn. Gleichzeitig fing er wiederum an zu erzählen, dass ihn der Jugoslawe einfach auf der Autobahn abgesetzt hatte und dass er dort natürlich nicht bleiben konnte. Stattdessen bräuchte er eine Tankstelle. Am besten zurück auf die A4, denn er wollte zurück nach Aachen oder weiter nach Köln.

Ich begann damit ihm den Weg zur nächstgelegenen Raststätte an der A44 zu erklären, denn bis dahin waren es nur ein paar Kilometer. Nach ein paar Sätzen kam jedoch heraus, dass er bereits dort gewesen war und abgewiesen wurde. Also begann ich nach weiterem Hin und Her den Weg zum Jülicher Bahnhof zu erklären, was natürlich eher verwirrend für einen Rumänen klingen muss.

Kurz entschlossen und mit einer gehörigen Portion blinden Vertrauens fuhr ich ihn mit dem Auto zum Bahnhof. Außerdem gab ich ihm das Versprechen, dass dort in ein paar Stunden ein Zug nach Düren fahren würde, was an der A4 liegt und eine richtige Zugverbindung in die beiden Großstädte hat. Während der Fahrt durch die verzweigten Straßen einiger Wohnviertel, am Krankenhaus vorbei, über die Hauptstraße immer weiter zum Bahnhof, fragte der mittlerweile nicht mehr ganz so Unbekannte, wie ich den eigentlich heiße, worauf ich ihm sagte, dass ich Daniel bin. Er ist Erik.

Erik ist 35 Jahre alt und ich antwortete ihm auf seine nächste Frage, dass ich 19 bin. Außerdem verriet ich ihm auf weitere Fragen antwortend meine Pläne für die nächste Zeit: Abitur, Zivildienst, Studium. Spätestens hier tat Erik mir wirklich Leid und das lag nicht etwa an seiner Erscheinung, seiner Geschichte, sondern einfach an den Unterschieden und der Tatsache, dass ich es verdammt gut habe. Er nicht. Vielleicht selbst verschuldet, aber scheiß drauf. Es ist so.

Am Bahnhof angekommen führte ich ihn zum Gleis. Wir schauten nach, wann der nächste Zug fährt und erkannten, dass Erik mindestens fünf Stunden warten musste bis er sich ohne Ticket in die Rurtalbahn setzen konnte. Ich empfahl ihm sich in der Kneipe im KuBa etwas aufzuwärmen, worauf er fragte, ob er dort einen Kaffee bekommen könnte. Sicherlich könnte er das, aber als er fragte, ob das auch ohne Geld ginge, konnte ich ihm nur entgegnen, dass er nachfragen sollte. Eigentlich seien es nette Leute, sagte ich, obwohl ich wusste, dass die Chancen auf einen Rauswurf groß waren. Außerdem hatte die Kneipe sicherlich kaum mehr zwei Stunden geöffnet.

Letztendlich verabschiedeten wir uns an diesem Punkt voneinander, obwohl ich ihm gern weitergeholfen hätte. Leider hatte ich keinen Cent mehr in der Tasche und so gab ich ihm nur einen Händedruck und von ganzem Herzen viel Glück auf seiner Reise zurück ins Heimatland.

Was ich noch alles für ihn hätte tun können, wurde mir erst viel zu spät klar. Ich hätte ihm etwas zu Essen geben oder an der Bank einen Fünfer für ihn holen können. Oder ich hätte ihn direkt nach Düren fahren können. Ohne jegliche Probleme. Denn wenn ich ihn schon bis zum Jülicher Bahnhof gefahren hatte, hätten die 20km bis Düren auch keinen Unterschied mehr gemacht. Ich hätte tun, machen, können, sollen. Ich weiß es nicht.

Vielleicht war es gut genug sich seine Geschichte anzuhören und wenigstens ein wenig weiterzuhelfen, vielleicht war es auch nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Vielleicht, vielleicht. Scheiß drauf. So oder so fühle ich mich schlecht, wenn ich in meinem beheizten Zimmer, am edlen Schreibtiscn sitze und diese Worte in die Tastatur im Wert von 50€ hämmere.

Viel Glück Erik. Du warst meine Prominenz an diesem Abend.

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Warum ich mich für einen Großteil meiner Generation fremdschämen muss

Die Antwort auf diese Frage ohne Fragezeichen gibt dieser Beitrag bei SpOn.

Ich bin ebenfalls unzufrieden mit unserem Bildungssystem und inbesondere mit den Reformen der letzten Jahre (in Nordrhein-Westfalen). Ganztagsbetreeung in den Grundschulen fuktioniert nur unter starkem Engagement von Ehrenamtlichen, Kopfnoten sind totaler Blödsinn und die Verkürzung der Schulzeit auf 12 Jahre bis zum Abitur ist auf keinen Fall sinnvoll. Das höre von Trägern der Ganztagsschulen, besorgten Eltern und geplagten Schülern, erfahre es bei meiner eignen Notenvergabe und sehe es bei den jungeren Jahrgängen an meiner und anderen Schulen. Jegliche Reformen wurden unüberlegt durchgesetzt und werden nun lapidar mit zu wenig Investitionen umgesetzt. Und das ist einfach nicht okay. Man sollte drüber reden. Natürlich auch mit Schülern.

Doch das, was die Vertreter meiner Generation dort in Berlin abliefern ist der größte Bullshit und hat tierisches Fremdschämpotential. Durch solche Aktionen wird die Jugend weiterhin nicht wahrgenommen, sondern weiterhin bei der ganzen Bildungschose ignoriert.

Deswegen hiermit vielen Dank an die  linksradikalen Punkeridioten, an die Schüler, die solche Demonstrationen zum Anlass nehmen, um auf offener Straße Randale zu machen und dabei ein paar Bierchen zu trinken. Inbesondere auch vielen Dank an Herrn Schmidt von der Landesschülervertretung Berlin, der auch noch versucht sowas zu rechtfertigen. Ohnmacht empfinde ich ehrlich gesagt nicht aufgrund unseres Bildungssystems, sondern aufgrund von derartigen Aussagen und Aktionen.

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Ich will aber kein halber Mensch sein

Der einzige seit Monaten auf diesem Blog vergammelnde Entwurf eines Eintrages hat den Titel “Peanut Butter Jelly Time” und ich würde ihn verdammt gern bloggen, aber leider geht das nicht, da in den Einträgen per CSS ein Rahmen für die ganzen Bildchen hier definiert ist, und weil es in dem Eintrag um den legendären Bananensmiley geht, den es jetzt endlich auf diesem Blog gibt, kann ich ihn einfach nicht bloggen, da da sonst dieser Rahmen drum wäre und das sähe halt verdammt beschissen aus, aber darüber will ich hier gar nicht schreiben.

Stattdessen erzähle ich euch lieber, was ich den ganzen Tag so mache: Ich gehe in die Schule, ich verbringe Zeit mit meiner Liebsten, ich gehe zur Arbeit, ich habe nciht nur ein Ehrenamt. Ich organisiere Konzerte, eine Abi-Zeitung, Ausstellungen und jede Menge Kleinkram. Ich mache Fotos, Plakate, Flyer und Basteleien. Ich konsumiere dieses Web 2.0 ohne Ende, ich blogge, ich twittere und blippe sogar hin und wieder. Ich höre verdammt viel Musik, gucke viel zu viele Serien und bessere Filme als du. Ich weiß viel zu viel über ein paar der unwichtigsten Dinge der Welt. Darum geht es hier.

Ich habe nämlich keine Zeit und keine Lust, um mich über derartige SmileyProblemchen zu kümmern. Im Gegensatz zu meinen restlichen Aktivitäten ist so etwas Kleinkram, unwichtig und steht im Regal ganz unten bei den billigen Produkten. Es sollte mich eigentlich überhaupt nicht tangieren und frühestens beim nächsten Wordpress Update mal wieder an der Tür zu meinem Bewusstseinszentrum klingeln.

Und trotzdem sind es diese kleinen unwichtigen Dinge, die mich tagtäglich darüber nachdenken lassen, ob das Ganze nicht irgendwie zuviel ist. Ob da verschiedene Sachen nicht einfach zu kurz kommen, ob diese Pflichten überhaupt wichtig für mich sind. Ich könnte mir auch einen Job suchen, der weniger Zeit beansprucht. Ich könnte ein paar meiner freiwilligen Aufgaben an andere abgeben. Ich könnte verdammt nochmal weniger Versprechen geben, sodass ich mehr davon auch wirklich einhalten kann.

Während ich bei diesen Gedanken an manchen Tagen zu dem Schluss komme, dass das doch alles viel zu viel ist und ich das nicht schaffen kann, denke ich heute mal wieder: “Was wäre, wenn ich das ganze Zeug nicht machen würde?” Und die Antwort auf diese Frage ist ganz einfach: Ich wäre nur ein halber Mensch, ich wäre nicht ich.

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Wie es zu den Farben kam

Jonas und Yannik wollten zu den unbenannten Bildern wissen wie es zu den Farben kam. Leider kriegt man solche Farben nicht direkt aus der Kamera, aber zumindest bietet das, was dort heraus kommt, eine gute Grundlage dafür ein wenig mit den Farben herumzuspielen. Besonders natürlich, wenn man im RAW-Format fotografiert.

Die Grundlage für die Bearbeitung ist bei mir immer die Korrektur der Tonwerte über den Import der Bilddatei im RAW-Format in Photoshop. Je nach dem unter welchen Umständen fotografiert wurde (z.B. bei Gegenlichtaufnahmen) sollte dabei natürlich der dadurch entstandene Effekt beibehalten und nicht weg korrigiert werden. Das sähe sowieso dämlich aus.

Der nächste Schritt ist das Nachschärfen des Bildes in Photoshop. Dazu erstelle ich eine Kopie der Ebene mit der Bilddatei und wähle den Filter “Unscharf maskieren” aus den Scharfzeichnungsfiltern aus. Dort nutze ich immer die gleichen Einstellungen.

Stärke: 140%
Radius: 1,0 Pixel
Schwellenwert: 4 Stufen

Beim Schwellenwert darf natürlich beliebig variiert werden. 4 Stufen sind schon sehr krass, aber normalerweise reichen 12 völlig aus. Im Notfall kann auch 0 gewäht werden, um noch irgendetwas zu retten, falls es mit der Schärfe mal daneben ging.

Nun erstelle ich eine Tonwertkorrektur-Einstellungsebene, damit ich im Nachhinein noch etwas an den Tonwerten drehen kann. Je nach dem wie das erste Ergbnis so aussieht ist dies verdammt wichtig. Allerdings kann eine Einstellungsebene ja auch zu jeder Zeit noch angewendet werden.

Darauf wende ich eine sogenannte “Lomo” Aktion an, die automatisch in einem neuen Ebeneset mehrere Einstellungsebenen erstellt. Solche Aktionen gibt es vorgefertigt auf ActionCentral. Diese Einstellungsebenen passe ich an dann so an, dass es mir gefällt, nicht zu krass aussieht und die Aussage und Stimmung des Bildes verstärkt. Dabei sollte wirklich darauf geachtet werden das Ganze nicht zu übertreiben, denn sonst sieht es schnell verdammt dämlich aus.

Der vorletzte Schritt war bei diesem Bild ein Radialverlauf von Cyan zu Magenta, den ich in einer neuen Ebene über das Ebenenset und die Bilddateiebene gelegt habe. Der Mittelpunkt des Verlaufs sollte dabei der hellste Punkt auf dem Bild sein. Hier natürlich der Dorn auf dem auch der Fokus liegt. Dieser Mittelpunkt wird also mit Cyan überlegt, während der Rest zu Magenta überläuft. Diese Ebene vergebe ich dann eine Deckkraft von ca. 10 Prozent und stelle den Modus auf “Aufhellen” oder “Linear abwedeln”. Hierbei muss bei Farben, Deckkraft und Modus stark variiert werden, da jedes Bild anders ist.

Meistens ist der letzte Schritt bei derartigen Bildern die Vignette. Man kann zwar auch bei der Bearbeitung der RAW-Datei schon eine Vignette einfügen, doch die dürfte später eher bei der Bearbeitung stören. Deswegen füge ich diese bei Bedarf immer zuletzt ein. Muss aber auch nicht sein. Es gibt viele Möglichkeiten eine Vignette einzufügen. Meine besteht darin eine neue Ebene zu erstellen, einen Radialverlauf von Transparent zu Schwarz zu erstellen, diesen vom Mittelpunkt des Bildes (Lineale, Raster undHilfslinien sind dein Freunde) zu eine der Ecke zu ziehen und dann die Deckkraft zu verringern. Meistens sind das ca. 10 bis 30 Prozent.

Soviel zu meiner typischen Bildbearbeitung. Bei weiteren Fragen ab in die Kommentare damit!

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Zu sp?t kommen

Eigentlich wollte ich um ca. 9:00 Uhr auf der Arbeit sein und so verabschiedete ich mich gestern Abend auch vom Gesch?ftsf?hrer. Jetzt steht dort am rechten Rand der Taskleiste schon 11:22 Uhr und ich sitze immer noch auf meinem eignen B?rostuhl.

Nach diesem Beitrag werde ich die Nadel von der Platte nehmen und den dazugeh?rigen Spieler ausschalten, meine Tasche greifen, die Regenjacke ?berziehen und Richtung Industriegebiet fahren. Mit dem Rad wohlgemerkt. Aber zuvor muss ich noch erkl?ren, warum ich heute wieder zu sp?t komme.

Die Schuld f?r mein st?ndiges Zusp?tkommen in schulischen, arbeitstechnischen, privaten und allen anderen Verh?ltnissen liegt nat?rlich bei mir. Jede andere Behauptung w?re v?lliger Bl?dsinn und eine absolute Verkl?rung meines eigentlichen Denkens. Soviel dazu.

Der Grund f?r die Versp?tung bin ebenso ich, aber entgegen zahlreicher Vermutung liegt dies nicht an meiner nicht vorhandenen Organisation, meiner Faulheit, irgendwelcher Ignoranz oder stillem Protest gegen deutsche P?nktlichkeit. Stattdessen liegt es einfach an der falschen Planung.

Herr Staemmler, wann sind Sie morgen hier?

St?ndig werde ich dazu gen?tigt Zeitangaben zu machen. Und deswegen frage ich mich manchmal, ob alle Leute denken, ich k?nne in die Zukunft sehen. Kann ich n?mlich nicht. Wer kann denn schon vorhersehen, ob er am n?chsten Morgen 32 Sekunden oder 3 Minuten f?r das Putzen seiner Z?hne braucht. Harold Crick konnte das, aber verdammt: Das war ein Film und der Typ war zum Sterben verurteilt!

Ich kann es auf jeden Fall nicht. Genauso kann ich nicht vorhersehen, wie viel Schlaf ich am n?chsten Morgen noch brauche, ob ich dann nicht noch einen f?r mich wichtigen Artikel aus dem Feedreader lesen muss oder ob sich noch ein wichtiger Termin zwischen Aufstehen und Arbeit dr?ngt. Ich wiederhole: Ich kann nicht in die Zukunft sehen.

Wenn Andere auf meine P?nktlichkeit bestehen, sollen sie mir doch bitte sagen, wann ich f?r sie auf der Matte stehen soll. Dann muss ich wenigstens nicht in die Zukunft sehen, sondern darf mich ganz einfach nach Lust und Laune anderer richten. Wenn mir das nicht passen sollte, sage ich einfach irgendetwas wie “So Pi mal Daumen um die Zeit”, “Kann sein, dass ich erst etwas sp?ter da bin” oder “Nee, da hab ich noch einen Termin…”

Anstatt dauernd irgendwo zwischen den Bereichen meines Lebens l?cherliche Vermutungen f?r die Zukunft zu stellen, nicht zu erf?llende zeitliche Angaben zu machen und dabei Andere zu entt?uschen, sollte ich wohl lieber auf derartige ausweichende Antworten ausweichen. Dann gibt es kein zu sp?t oder zu fr?h. Vielleicht freut sich dann jemand, dass man ?berhaupt da ist.

Jetzt ist es schon fast wieder 12 Uhr, weil ich unbedingt noch diesen Artikel ?ber den Baader-Meinhof-Komplex bei der Medienelite lesen musste, die Kombination von last.fm und Wordle total super finde und die Organisation des heutigen Abends lieber vor der Arbeit ablaufen sollte. Solche Sachen sind f?r mich oft wichtig. Oft auch wichtiger als Arbeit oder P?nktlichkeit. Was nicht hei?t, dass diese Dinge unwichtig sind. Aber manchmal sind einige Dinge einfach wichtiger als andere.

Was dabei dieses oder jenes ist, ist aber meiner Bier. Deswegen kann ich nicht in die Zukunft schauen.*

*Witze ?ber zuk?nftige Biersorten, die etwas mit Zukunft zu tun haben, bitte in die Kommentare

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Wie ich den Begriff “Epic Fail” neu definierte…

Diese Geschichte k?nnte ich mit dem folgenden Zitat beenden.

Du hast leider Riesenmist gebaut!

Aber stattdessen erz?hle ich wohl lieber von vorn:

Ich hatte Durst, richtig fiesen Durst und ?ffnete deswegen meinen Rucksack, um endlich wieder an meiner dort versteckten Wasserflasche nuckeln zu k?nnen. In diesem Moment sah ich, dass dort ein Blatt und zwei beschriebene B?gen waren, die dort irgendwie nicht hingeh?rten. So zog ich sie heraus und wurde Zeuge, wie ich den Begriff Epic Fail neu definierte.

“Schei?e!” war meine erste Reaktion auf diesen Anblick. Das Blatt, die zwei B?gen, das Dokument war meine Mathematikklausur. Ich sa? aber im Informatikunterricht. Nachdem ich zuvor 3 Stunden lang an dieser Klausur gesessen habe. Das hei?t ich habe die Klausur am Ende der Frist nicht abgegeben, sondern versehentlich in meinen Rucksack gepackt.

“Das ist meine Matheklausur!!!” war meine zweite Reaktion auf die mein Sitznachbar sich nur von seinem Bildschirm in meine Richtung wegdreht, um mir ein “Nee, oder?” zu entgegnen. Weil er so d?mlich fragte, guckte ich nochmals nach, ob es wirklich meine Klausur war. Leider war an der Tatsache nichts mehr zu ?ndern, denn da stand wahrhaftig mein Name auf jedem Bogen.

Meine dritte Reaktion war ein Aufsprung und ein dazugeh?riger Sprint ?ber mehrere Treppen und G?nge inklusive mehrerer Stolperunf?lle in Richtung Lehrerzimmer. Au?er Atem fragte ich die letzten anwesenden Lehrer, ob Herr XY noch zuf?llig im Haus w?re und wenn ja, wo er unterricht habe. Herr XY befand sich schon auf dem Weg nach Hause und so blieb mir nichts ?brig als die Klausur in sein Fach legen zu lassen. Genau 27 Minuten nach dem eigentlichen Abgabetermin.

Viele k?nnten nun denken, dass ich ja sowieso kein Ass in Mathematik bin und die Sache deswegen doch kein Problem sei, da ich nun Nachschreiben k?nnte und so weiter. Bullshit, Leute! Ich hatte keinerlei Problem mit der Klausur und gerade das ist der Haken daran: Da schreibt man mal eine vermutlich gute Klausur in seinem schlechtesten Fach und vergisst diese abzugeben, womit sie voraussichtlich ung?ltig ist.

Der einzige Ausdruck, der diese Situation beschrieben kann, ist und bleibt der Epic Fail. Wenigstens ist der nun mein. Harrr…

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